9. aprilsonne

aprilsonne
das wird doch nicht
eine fieberblase sein…?

Advertisements

4 Gedanken zu “9. aprilsonne

  1. Auch wenn ich jetzt vielleicht eine Haiku-Freundin widersprechen mag: Als bekennender Vertreter der „reinen Lehre“ – auch wenn ich von Großmeister Ralf B. inzwischen viel dazugelernt habe – ist das für mich kein Haiku, sondern ein schöner, bildhafter Einfall, der sich nach einer gewissen Ruhe- und Denkpause noch zu einem Haiku entfalten könnte . . .

  2. was auch immer das ist: schön ist es nicht. das soll nicht heißen, dass es das immer sein müsste. (die auf mehreren ebenen erscheinende, unangenehme disharmonie spricht evtl. sogar für den text. manche schätzen den ganzen april ja als zumindest ambivalente angelegenheit ein.) ich persönlich finde aber vor allem diese frageform verstörend, gepaart mit dem hässlichen wort „fieberblase“ – ach! am besten noch ein kussmund dazu … aber soweit geht der oder die erzeuger/in glücklicherweise dann doch nicht. ich bin mir nicht sicher, meine aber wenig nachhall zu verspüren.

  3. Was habt ihr denn bloß? Mir gefällt es sehr gut. Die Aprilsonne, die ganz schön ungewohnt stechen kann (geht auch im März, klar) und die Fieberblase, die auch sticht (das weiß ich nicht genau), jedenfalls sehr unangenehm ist, hervorgerufen durch Viren, gegen die der Körper nicht genügend gewappnet ist. Die Frage, auch klar, ist eine bange. „Oh nein, ich wollte mich auf die Sonne freuen, ich wollte gerade dieses und jenes unternehmen oder diesen oder jenen küssen…..“ sagt sie für mich. Man wird von der bangen Erkenntnis, dass sich da etwas zusammenbraut, jedenfalls rausgerissen, möchte es noch nicht wahrhaben. Des einen Freud, des anderen Leid ist nun angesagt: Mit Fieberblase sollte man die Sonne meiden, außerdem Stress in jeder Form. Womöglich ein wenig dezenter Hinweis des Körpers, sich mehr Ruhe zu gönnen. Ruhe und Haiku passt auch wieder ganz gut.
    Meine Empfehlung: Belladonna, gleich beim ersten Anzeichen 😉

  4. Ja, der April! 
Seine Ambivalenz liefert auch für mich das zentrale Stichwort, das Sebastian schon genannt hat. Die Ambivalenz greift auch auf das eigene Leben über und geht in Gestalt einer Fieberblase buchstäblich unter die Haut.
    UV-Licht, das mit der ersehnten Frühlingssonne wieder stärker auf uns zukommt, kann eine Ursache für das Auftreten von Fieberblasen sein, die sich gern an den Lippen bilden und – Birgit hat es schon deutlich gemacht – der Hingabe an den Frühling mit allen Sinnen unangenehme Grenzen setzen.
    Der besondere Reiz dieses Haikus liegt für mich aber darin, dass hier im Konkreten zugleich etwas Allgemeineres durchscheint: Gerade wenn es richtig schön werden könnte…! Erfahrungen, auf die wir mit dieser Antwort reagieren, haben wir wohl alle schon gemacht. Und bevor das endgültige Ausrufezeichen gesetzt wird, steht erst einmal für eine mehr oder weniger lange Zeit die Frage im Raum, die mit „das wird doch nicht…?“ beginnt.
    Mit solchen Fragen haben wir umzugehen, wenn es April wird und die Ambivalenzen des Lebens wieder einmal besonders stark hervortreten.
    Daraus ergibt sich für mich durchaus einiges an Nachhall – und zwar in Form von Fragen:
    Ist das jetzt so eine Aprilsonne?
Was macht die mit mir?
    Wie reagiere ich darauf?
    Im Normalfall gefällt es mir nicht, wenn ein Haiku mit mehreren Punkten und Fragezeichen endet. Aber ist das hier ein Normalfall, oder ist es gerade die Infragestellung aller Normalfälle…?

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s