15. Hinterhof

Hinterhof
Rentner spielen
Vorgarten

Advertisements

6 Gedanken zu “15. Hinterhof

  1. dieses haiku stimmt mich fröhlich – ich finde es geradezu lustig. und ich sehe, wie die rüstigen rentner da herumwerkeln – in ihrem hinterhof, den sie sich zum „eigenraum“ machen.
    klar ist da ein bissl eine tragik dabei. die ausrangierten rentner, der hintere (vielleicht dunkle) raum, der zu etwas „besserem“ werden soll. die „beschäftigungstherapie“ für die alten.
    das „spielen“, das einerseits schon eine gewisse freude und leichtigkeit dabei ausdrückt – aber auch aussagt,dass da nicht wirklich eine wichtigkeit dabei ist.
    für mich ein schönes und gelungenes haiku.

  2. Ich bin mir nicht sicher, ist das wirklich ein Haiku? Mich stört entweder der Hinterhof oder der Vorgarten. Das ist sehr paradox. Da Hinterhof ist hinterm Haus; und Vorgarten vor dem Haus. Rentner spielen ist lustig. Der Beschäftigungstherapie von Viktoria kann ich mich anschließen. Rentner sind ja rüstig. Ich glaube, das ist ein Rohdiamant, wo der letzte Schliff noch fehlt. Lieben Gruß Torsten

  3. ich versteh nicht ganz, warum das kein haiku ist – oder sein könnte. kann man das vielleicht näher ausführen, du vielleicht, torsten hildebrand?

  4. Hallo Viktoria! Mich stört einfach der Vorgarten. Es heißt Hinterhof Rentner spielen… bis dahin ist es für mich in Ordnung; und jetzt kommt der Vorgarten, der es zerstört und die Rentner wegdrängt, als wären sie nicht brauchbar. Ab in den Hinterhof. Wenn du es als Haiku siehst, ist das ok. Für mich ist es zu roh. Haiku ist Geschmacksache. Mehr kann ich dir nicht dazu sagen.

  5. Die bisherige Diskussion zeigt es schon: Es ist das Ambivalente und sogar Paradoxe, das dieses Haiku auszeichnet.
    
Viktoria hat es in ihrem Eingangsbeitrag schon im Detail herausgearbeitet: 
-fröhlich u n d ein bissl eine tragik dabei
    -rüstige rentner u n d ausrangierte rentner
    -hinterer (dunkler) Raum, der zu etwas besserem werden soll
    -spielen, gewisse freude u n d nicht wirklich eine wichtigkeit…

    Und diese Zwei-Deutigkeit setzt sich im Gespräch mit Torsten fort.

    Für mich ist das kein äußerlicher Zufall oder gar Unfall, der dem Haiku anzulasten wäre. Das Ambivalente oder gar Paradoxe ist vielmehr ein zentrales Merkmal des menschlichen Lebens, vornehmlich aber im Alter.
    Und die Lebens-Kunst in dieser Lebensphase besteht vor allem darin, diese Widersprüchlichkeit wahrzunehmen, auszuhalten und zu gestalten. Es ist eine Art Balancierkunst, bei der es den Zentrifugalkräften der Schwarzmalerei ebenso wie den der Schönfärberei zu widerstehen gilt, um „am Leben“ zu bleiben.

    Dass die Haikukunst der Lebenskunst folgen sollte, liegt in der Natur des Haiku.
    Und dass dieses Haiku dabei so lapidar und mit formaler Strenge zu uns spricht, spricht mich besonders an und öffnet den Gesprächsraum für ein Thema, bei dem ein wachsender Gesprächsbedarf besteht.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s