17. mondhelle Nacht

mondhelle Nacht
vor dem Fenster
ein Dinosaurierhals

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3 Gedanken zu “17. mondhelle Nacht

  1. Was für ein schönes Haiku. Ich sehe aus dem Fenster; und vor mir ein dicker schöner, gebogener Ast. Kopfkino beginnt. Schon bin ich von Fantasie gefangen; und in ein andere Zeit. Abenteuer pur.

  2. Und wenn der Schatten auch an der Schlafzimmerwand zu sehen ist, dann bleibt der Dinosaurier nicht nur vor dem Fenster. Das Haiku gefällt mir sehr.

  3. Ein Haiku soll zeigen, was ist. 
Was
    aber „ist“ denn, wenn nicht das, was wir sehen?
    
Und was „sehen“ wir? Doch immer das, was wir erkennen.

    Und erkennen? Erkennen können wir nur, was wir schon kennen!
    So weit, so gut, so Plato.

    Was zunächst wie graue Erkenntnistheorie klingt, erscheint in der Wunderwelt des Haiku als Konkretisierung – hier im wörtlichen Sinne von Zusammenwachsen verstanden – der Wirklichkeit. 
Die Dinosaurier sind längst ausgestorben?

    Der Jurassic Park ist bloße Fiktion?
    
Mit solchen Weisheiten kommt man möglicherweise durch das Abitur – aber nicht unbedingt durch das Leben.
    Denn manchmal nachts, wenn der Mond schräg am Himmel steht und wir jäh aus dem Schlaf hochfahren, da sind sie da, direkt vor dem offenen Fenster. Und sie scheinen sogar noch ein Stück gewachsen zu sein. Das Haiku zeigt es deutlich, wir sehen nur den Hals.

    Und was machen wir jetzt?
    Wir reiben uns die Augen?
    Gute Idee!
    Das sollten wir vielleicht viel öfter tun, auch mitten am Tag.

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