21. Sehn –

Sehn

-sucht

ein klingender Duft

aus der Zukunft

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3 Gedanken zu “21. Sehn –

  1. Das Haiku erscheint auf den ersten Blick recht ungewöhnlich.
    Was soll man dazu sagen?
    Da muss man erst einmal nachdenken.
    Das braucht ein wenig Zeit.
    Aber dafür ist die Haikulupe ja da.
    Es ist doch nur ein Haiku pro Woche…

    Warum ist das Wort „Sehnsucht“ so merkwürdig geschrieben und abgetrennt?
    Das ist die erste Frage, die sich gleich am Anfang stellt.
    Das sieht aus, als wären es zwei Wörter.
    Sehn sucht – wie Subjekt und Prädikat.
    Ist da ein Sehnen, das etwas sucht?
    Das kann gut möglich sein.
    Das ist ja das Wesen des Sehnens, dass es etwas sucht, was es noch nicht gefunden hat.

    Wer die Sehnsucht kennt, weiß, dass dieses Suchen ziemlich stark werden kann.
    Es kann die ganze Seele ausfüllen, bis nichts anderes mehr Platz daneben hat.
    Das ist gar nicht mal ungefährlich.
    Denn wer weiß, wohin das noch führt…

    Wer sucht, der findet meistens auch etwas.
    So steht es schon in der Bibel.
    Die Seele ist dabei ja voll auf Empfang.
    Sie saugt förmlich auf, was auf sie zukommt.
    Eine hoch gespannte Seele voller Sehnsucht kann auch noch im kleinsten äußeren Reiz etwas Großes entdecken.
    Das fliegt ihr förmlich entgegen, weil sie ja selbst darauf zufliegt.
    Dann kann sie ein klingender Duft aus der Zukunft anwehen und ganz ausfüllen.

    Ob es das überhaupt gibt, einen klingenden Duft?
    Für ein solches Sehnen, das mit ganzer Seele sucht, allemal.
    Es kann sich darin selbst ganz verlieren.

    Hoffentlich ist aber auch ein Selbst dabei, das sich am Ende findet…

  2. Eine andere Sichtweise habe ich über dieses Haiku. Ja, es fällt die experimentelle, Treppenstufige Schreibeise auf. (Konkrete Poesie?) Mich hält aber erstmal der klingende Duft gefangen; und weil ich nicht weiß was das ist, wird das Internet gefragt. Das war nicht hilfreich, da es mir nur Vertonte Düfte von Künstlern anzeigt. Also weiter Überlegen, was ist oder könnte, ein klingender Duft sein. Jetzt komme ich auf Träume. Sie können klingen und sie können duften; und mancher Traum erfüllt sich auch. Jetzt fehlt mir aber die Sehnsucht. Wenn jetzt das Haiku Treppenstufig und langsam lese überkommt mich eine angenehme Stille; und ich glaube das das Haiku das meint. Innere Ruhe. Innere Gelassenheit. Kann Stille klingen? Kann Stille duften? Ich denke ja. In unserer heutigen Technik Welt geht alles viel zu schnell, so das wir kaum zu uns finden. Computer, Telefon, Radio TV und Handys, usw.
    Und so ist das ein subtiles und Lebenbejahendes Haiku. Zumindest für mich.

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