30. Rosenknospen

Rosenknospen
unter dem Stoff
Gedankenfetzen

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5 Gedanken zu “30. Rosenknospen

  1. Dieses Haiku zeigt uns keinen klar erkennbaren Zusammenhang auf.
    Es kommt zunächst als Rätsel daher.
    Was ist mit den Rosenknospen?
    Und warum ist hier von Gedankenfetzen die Rede?

    Die Mittelzeile gibt einen ziemlich eindeutigen Hinweis: Der Stoff dazwischen muss die Verbindung zwischen beidem sein.
    Dann kann es sich wohl nur um ein Kopftuch handeln, das mit Rosenknospen bedruckt ist – ein schönes, lebensfrohes Motiv.
    Um so erschreckender ist dann das, was unter dem Stoff sein soll: Gedankenfetzen.

    Das deutet auf Zerrissenheit hin, und unterschwellig lässt sich der Anklang an zerfetzende Gewalt kaum überhören.

    Was ist das für ein Haiku?
    Soll es auf das Kopftuch einer muslimischen Frau hindeuten?
    Und soll es andeuten, dass in ihrem Kopf Gedankenfetzen zu Hause sind?
    Und soll womöglich von diesem einen Kopf auf alle muslimischen Köpfe geschlossen werden?

    Will uns der / die auch mir unbekannte Einsender/in mit diesem Haiku auf solche Gedanken bringen?

  2. lieber heinz, das ist ein schöner versuch zur „deutung“. ich konnte vorerst mit dem text nichts rechtes anfangen – aber deine idee dazu ist höchst spannend, finde ich.

  3. Gedankenfetzen. Diese Fetzen können auch Puzzleteile sein, die sich erst noch zu einem Bild zusammensetzen müssen. In der heutigen Welt ist es nicht so einfach, sich ein Bild zu machen.
    Dazu muß man Zeit haben nachzudenken und viel lesen.
    Sollte es das Kopftuch einer Muslima sein, wäre es sehr ungewöhnlich, denn die meisten Kopftücher sind einfarbig. Aber natürlich sind die Rosenknospen wohl der Dichtkunst geschuldet. Mich läßt das Haiku ratlos zurück und ich denke noch darüber nach.

  4. Könnten es nicht Rosenknospen unter dem Stoff sein, die die Gedankenfetzen auslösen – den Stoff zerreißen, um an die Knospen zu gelangen. Was ist nun unter dem Stoff? Die Rosenknospen oder die Gedankenfetzen?

  5. Sicher kann es auch andere Deutungen geben als die mit dem Kopftuch. Es ist Sache des Lesers, ein Verständnis des Haiku zu finden.

    Mir scheint aber , dass die anderen Deutungen die direkte Aussageebene überschreiten und ins Metaphorisches hinausgehen.

    Was die Autorin oder der Autor im Sinn hatte, wissen wir nicht. Es ist auch für das Haiku selbst nicht unbedingt wichtig.
    Für mich ist entscheidend, dass eine Interpretation der schlichten Zusammenhänge ohne metaphorische Hinter-Gedanken mich auf den Kopftuchgedanken bringt. Damit ist das vielleicht nicht die einzige Deutungsmöglichkeit, aber auf jeden Fall eine sehr naheliegende, nicht auszuschließende und – wie ich meine – recht bedenkliche.

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